Bulbjerg – der Vogelfelsen

Wieder einmal eine Bunkeranlage aus dem 2. Weltkrieg. Unzähliche von Ihnen säumen noch heute die dänische Küste. Doch manchmal dienen sie nicht als mahnendes Museum. Wie hier am Vogelfelsen nahe Bulbjerg. In dieser Bunker- und Geschützanlage ist der Krieg nur Nebenschauplatz. Stattdessen wird über den Vogelfelsen und deren Bewohner informiert. Leider nur sehr spärlich in deutscher Sprache. Wie in den anderen von mir besuchte Bunkern, haben auch hier Rauchschwalben einen Brutplatz gefunden.

Zwei Parkplätze stehen den unzähligen Besuchern zur Verfügung. Einer auf Strandhöhe, der Zweite hoch oben auf dem Felsplateau. An diesem befinden sich auch Sanitäranlagen.

Spät Abend komme ich auf dem oberen Parplatz an. Für eine ausgiebige Erkundung ist es bereits zu spät. Ein erster Eindruck im Dämmerschein des schwindenden Tages muss zunächst genügen. Eine Jugendgruppe scheint ebenso wie ich die Nacht hier oben verbringen zu wollen. Nur mit Schlafsäcken bewaffnet. Schon eine sportliche Aufgabe, wenn ich bedenke wie unbeständig das Wetter derzeit ist. Es kommt wie es kommen musste. Mitten in der Nacht klopft es an mein Womo. Die Jugendlichen stehen draußen im Regen und möchte mal telefonieren. Nach etwas holpriger Verständigung reiche ich mein Handy. Kurze Zeit später erhellen Scheinwerfer den Parkplatz. Noch etwas Gemurmel dringt zu mir herüber. Die Autos wenden und mit ihnen verschwinden die Jugendlichen in der Nacht.

Am Morgen lacht wieder die Sonne, als sei nichts gewesen. Eine schmale Treppe im Sand führt zum Strand. Ich folge dem sanften Schwung der Stufen bis hinunter zum Strand. Kies bildet den Spülsaum. Majestätisch erhebt sich die Felswand des Vogelfelsens aus dem Küstensaum. Es ist Flut. Niedrige Wellen schwappen mit ihrer trügerischen Kraft an die Grundfeste des Felsen. Unermüdlich nagen sie an der Substanz des Kalksteins. Ich taste mich, mit meinen Sandalen in der Hand, am ersten Felsen vorbei. Schon ist meine knielange Hose naß. Egal… der nächste Felsen steht noch dichter am Wasser. Ich blicke nach oben. An scheinbar unmöglichen Stellen kleben Nester am Fels. Fast flügge Möwen warten auf Futter. Es sieht so aus, als wüssten sie: Nicht zu doll bewegen, sonst fall ich ins Meer. Kribbelig schön ist der Weg zwischen Fels und Meer. Über mir die rufenden Möwen. Einfach grandios.

Der Parkplatz auf dem Plateau
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