Dörenther Klippen

Am „Hockenden Weib“

Auf gut Glück suche ich einen Parkplatz am Fuße des Teutoburger Waldes. Im Bocketal werde ich fündig. Lediglich zwei Autos, vermutlich von Hundhaltern, harren auf die Rückkehr ihrere Besitzer. Genug Raum, um mein Womo dazu zu stellen. Mit Wanderschuhen und Rucksack bestückt strebe ich, ohne genaues Ziel, dem Höhenzug entgegen. Es ist nieselig und schubbig. Außer mir scheint kaum jemand im Wald zu sein. Es dauert lange bis Stimmen durch die Bäume des Höhenzugs dringen und von anderen Wanderen künden.

Sandsteinfelsen, entstanden in der Kreidezeit vor etwa 120 Millionen Jahren, ragen an manchen Stellen 40 Meter hoch aus dem teutoburgischen Wald gen Himmel. Mutig klettern Kinder von Fels zu Fels. Selbst mit einem Croissants in der Hand hüpft ein kleiner Kobold von Stein zu Stein. Mir ist bei diesem Anblick etwas mulmig. Aber das ist es, was uns großen Kinder abhanden gekommen ist. Vertrauen in uns selbst, Unbekümmertheit. Kleiner Kletterer, bewahre dir dieses Vertrauen in Dein Können.

Ich indess begnüge mich damit, dem Kleinen zuzuschauen, ein wenig um das „Hockende Weib“ zu schleichen und nach „dem Bildmotiv“ zu suchen Nach gefühlten 3 Stunden und platten Füßen erreiche ich den Parkplatz am „anderen Ende“. An der B219, einer natürlichen Furt durch den Teutoburger Wald.

Bisher war die Wanderung sehr schön. Und … Wer holt mir denn jetzt mein Womo? Tja, wohl niemand. In der „Alpenhütte“, nahe dem „Hockenden Weib“ ersuche ich nach einer Stärkung, doch in der Woche werden nur Erfrischungen serviert. Mist! Zurück muss ich aber dennoch.

Neben dem „Hockende Weib“ sind die „Drei Kaiserstühle“, die noch etwas tiefer im Wald verborgen ruhen, die bekanntesten Felsformationen im westlichen Teutoburger Wald. Ein hagerer Jogger trabt leichtfüßig unterhalb der imposanten Felsen an mir vorüber. Geschwind gekommen, geschwind verschwunden. Wie eine leichte Briese.

Am Ende des Tages sind es 15km Marsch. Nicht viel für einen Geübten. Mir reichts völlig.

Was ein herrlicher Tag, dieser sonnige Sonntag. Renate erinnert sich an meine Schwärmerei. Sie drängt mich: „Ich seh das „Hockende Weib“ immer nur in der Ferne, vom Auto aus. Ich möchte da mal hin.“ Diesmal nehmen wir den Parkplatz nahe der Felsen. Der Parkplatz nahezu voll. Diese bizarre Felsformation lockt gefühlt halb NRW an. War doch die erste Tour so beschaulich und ruhig, ist diese eher zum flüchten. Diese vielen Menschen einfach nicht unser Ding. – Wir haben es überlebt.

Almhütte in der Nähe des "Hockenden Weib"
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